By Jochen Vollmann

Die Beachtung der Selbstbestimmung des Patienten in der Medizin hat in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen, wobei die Einwilligung nach Aufklärung des Kranken (Informed Consent) eine zentrale Rolle spielt. In der Psychiatrie treten beim educated Consent Probleme auf, wenn Kranke aufgrund ihrer psychischen Störung keine selbstbestimmte Entscheidung treffen können (Einwilligungsunfähigkeit). Das Buch gibt eine historische, theoretische und klinisch-empirische Übersicht zum knowledgeable Consent in der Psychiatrie. Die ethische Problematik der klinischen Behandlung und medizinischen Forschung mit nicht einwilligungsfähigen Patienten wird am Beispiel der Demenz vom Alzheimer-Typ untersucht. Dabei werden das relationale expert Consent-Modell, Patientenverfügungen und Probleme der medizinischen Forschung diskutiert.

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Verständnis ("understanding") und 3. Freiheit von kontrollierenden Einflüssen ("without controlling influences"). Während Intentionalität entweder gegeben ist oder nicht, liegen die Bedingungen 2 und 3 graduell vor, so daß die Autonomie der Handlung insgesamt nicht in einer ja-nein-Kategorie, sondern in einer graduellen Abstufung angegeben werden muß. g. Überlegungen bezüglich des Respekts vor der Autonomie an sich folgt, daß rur den autonomen Charakter einer Patientenentscheidung weder ein vollständiges Informationsverständnis ("full understanding") noch eine vollständige Freiheit von äußeren Einflüssen ("complete absence of influence") erfilllt sein muß.

Heute hat sich dagegen das Forschungsinteresse auf die Fragen nach 38 3. Aufklärung und Einwilligung (Informed Consent) der Qualität des Infonnationsverständnisses und der Einwilligung auf seiten des Patienten und Probanden verschoben. Hierbei kann zwischen drei wichtigen Funktionen des Infonned Consent unterschieden werden. Neben 1. dem Respekt vor der Selbstbestimmung des Patienten (Autonomie) so112. der Kranke vor Schaden bewahrt werden (Nonmaleficence) und 3. wird der Arzt zu verantwortlichem Verhalten gegenüber dem Patienten oder Probanden (Beneficence) angehalten (Beauchamp und Childress 1994 S.

143f). Leider hat die zweite Fonn des Infonned Consent in der Medizin in den letzten Jahren, gefördert durch die Rechtsprechung in medizinischen Kunstfehlerprozessen, an praktischer Bedeutung gewonnen. Dieses defensivmedizinische Verständnis wird jedoch einem von der Autonomie des Patienten ausgehenden Infonned Consent-Konzept nicht gerecht. B. das von deutschen Chirurgen vorgeschlagene Modell einer "Stufenaufklärung" (Weißauer 1977 und 1980) den medizinethischen Kriterien eines aus der Patientenselbstbestimmung abgeleiteten Infonned Consents nicht.

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